Öffnungs- und Trainingszeiten: des Vereinsheims:

Do: 19:00 - 22:00 Uhr
So: 09:00 Uhr -12:00 Uhr

Bogentraining:

Fr. ab 18:30 Uhr

Seniorentraining:

Immer Do: 14:00-17:00 Uhr

Die Entwicklung der Waffentechnik und deren Bedeutung in der Welt

Ein Mitglied unseres Vereins, Balthasar Stelzner, ist Schüler am Eugen-Bolz-Gymnasium in Rottenburg. Im Rahmen eines Seminarkurses wählte er mit zwei Mitschülern das Thema: "Waffentechnik". Aus dieser umfangreichen (92 Seiten!) Seminararbeit sollen hier einige für den Verein und den Schießsport relevanten Ausschnitte dargestellt werden. Die Schülergruppe stellte im Rahmen einer Präsentation die Arbeit vor. Dabei entstanden die nachstehenden Fotos.

Balthasar Stelzner sei an dieser Stelle nochmals recht herzlich gedankt für die die sehr ausführliche Bearbeitung des Themas.

Rechts: Balthasar Stelzner, der Autor der nachfolgenden Zeilen mit seinen Mitschülern Benjamin Krzok und Katharina Uebele

3.3 Verein

Abbildung 1: Wappen des Sportschützenvereins Wendelsheim

Der DSB ist der bundesweit übergeordnete Verband für viele regional oder örtlich organisierte Vereine. Jeder dieser Vereine ist strukturiert innerhalb des rechtlichen Rahmens, wie es das Vereinsrecht vorgibt. Darüber hinaus gestaltet jeder Verein sein Vereinsleben wie es die Mitglieder möchten und je nach dem, was möglich ist. Dabei ist der Verein keine Gruppe, die für sich alleine existiert. Er lebt und arbeitet in einem Umfeld (Ortsgemeinde usw.), das den Verein beeinflusst und das von ihm mitgestaltet wird.

Da diese Arbeit nicht alle Vereine beschreiben kann, zeigt sie die Struktur und das Vereinsleben am Beispiel vom Schützenverein Wendelsheim.

Der Verein in Wendelsheim besteht erst seit 1972 und nennt sich Sportschützenverein Wendelsheim e.V. (SSVW). Damit tut er schon kund, worauf er sein Hauptaugenmerk legt: nämlich auf den sportlichen Aspekt!

Dass es der kleinen Ortschaft Wendelsheim wichtig war, einen Schützenverein ansässig zu haben, bewies sie dadurch, dass sie dem Verein großzügig das Gelände für ein Schützenhaus zur Verfügung gestellt hat. Erhebliches Engagement und einiges an Eigenleistung beim Bau dieses Vereinshauses förderten das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Mitgliedern und das Ansehen im Ort. Eine weitere Bedeutung für Wendelsheim erhält der SSVW durch die von ihm angebotene Jugendarbeit. Man darf hier schon ab 12 Jahren schießen, wie die Homepage des Vereins wirbt. Wenn auch das Training für die Schüler im Vordergrund steht, es werden doch auch einige Freizeitaktionen angeboten.

Wie sieht nun das Vereinsleben aus? Welche Stationen muss man durchlaufen, will man ein guter Schütze werden?

Interessiert sich ein Jugendlicher oder ein Erwachsener für eine Mitgliedschaft im Verein, so erkundigt er sich bei Bekannten, besser aber noch im Internet. Bei Schülern kann es schon einmal vorkommen, dass Freunde sie zum Training mitnehmen. In Wendelsheim darf ein Schüler dann eine gewisse Zeit zum Training kommen, ohne Mitglied zu sein. In dieser Zeit kann/sollte geklärt werden, ob dem neuen Kandidaten diese Sportart und der Verein liegt. Andersherum kann aber auch beobachtet werden, ob er (und/oder die Eltern) den sportlichen und moralischen Ansprüchen des Vereins genügen. Gerade auf dem Hintergrund dessen, was wir in den letzten Jahren immer wieder erleben mussten, ist dieser Anspruch sehr wichtig!

Hat man sich für die Mitgliedschaft entschieden, zahlt man seinen Jahresbeitrag, erhält Einladungen zu den Mitgliedsversammlungen, Schützenfesten und sonstigen Anlässen. In Wendelsheim ist das Nutzungsrecht der Schießstände inklusiv. Wer keine eigene Waffe besitzt, bekommt sie zu Trainings- und Wettkampfzwecken gestellt. Desgleichen eine spezielle Ausrüstung (s.u.) und Munition für die Wettkämpfe.

Beim Training der Schüler und Jugendlichen ist immer der Trainer anwesend! Er gibt Tipps, wie man seine Ergebnisse verbessern kann. Er erklärt die Regeln fürs Training und für den Wettkampf. Er achtet auf das korrekte Verhalten bei und mit den Waffen. Der Trainer in Wendelsheim legt hierauf sein besonderes Augenmerk und kann bei Fehlverhalten recht scharf werden! Wie hoffentlich auch alle anderen Jugendtrainer, schult er sich immer wieder im richtigen pädagogischen Umgang mit Kindern und Jugendlichen, im kompetenten didaktischen und methodischen Vorgehen und schließlich auch in rechtlichen Fragen. Keine Gesprächsgelegenheit mit Eltern lässt er aus. So können evtl. auftretende Probleme bei den Jugendlichen schneller angegangen werden. Hierfür gibt es sogar einschlägige Literatur[1].

Der 12jährige Schüler fängt meistens mit der Disziplin Luftgewehr und/oder Luftpistole an. Im Alter von 14 Jahren ist es dem jetzt Jugendlichen erlaubt, mit dem Kleinkaliber zu schießen. Ab der Volljährigkeit ist es dann zulässig, mit allen Kalibergrößen zu trainieren. Wem es der Verein zutraut, der kann/darf an Wettkämpfen teilnehmen (s.u.). Mit fortschreitendem Alter ist man dann nahezu selbstverantwortlich für das Training und den Wettkampf.

Zur Frage der Beendigung einer Mitgliedschaft: Da die Mitgliedsanwärter vor Beitritt eine Probezeit durchlaufen, ist ein Vereinsausschluss seltenst nötig. Ansonsten bleiben die allermeisten Schützen zeitlebens Mitglied. Das spricht für den Verein!

[1] Barth, Katrin und Dreilich, Beate : Ich trainiere Sportschießen; Aachen, 2010 
     dieslb. : Sportschießen – modernes Nachwuchstraining; Aachen, 2011

3.4 Disziplinen

Wenn oben zu lesen ist, dass sich ein Vereinsmitglied für eine oder mehrere Disziplinen entscheiden muss, kommt es natürlich auch darauf an, welche der vielen Disziplinen[2] der einzelne Verein vor Ort anbietet. In der Regel sind dies wesentlich weniger als es Wettkampfdisziplinen gibt. Im Folgenden werden nur die populärsten Disziplinen aufgeführt


[2]   Luftgewehr; Aufgesetztes Luftgewehr; Luftgewehr 3-Stellung; Zimmerstutzen; Kleinkaliber (KK) 100m, mit/ohne Federbock; Luftpistole; KK 3x20; KK aufgelegt 50m; Großkaliber (GK); Bogen; Unterhebelrepetier; Ordonnanzgewehr; KK 3x40; GK Freigewehr 300m; KK liegend; GK liegend 300m; Mehrschussluftpistole; freie Pistole; Olympisches Schnellfeuer; KK Sportpistole; Zentralfeuer 30/38; GK Pistole 9mm; GK Revolver 357MAG/44MAG/45ACP; Standartpistole; Flinte Trap; Flinte Doppeltrap; Flinte Skeet; Laufende Scheibe 10m/50m; Laufende Scheibe 10m Mix/50m MIX; Armbrust 10m/30m; Armbrust national; Perkussionsgewehr; Perkussionsdienstgewehr; Steinschlossgewehr; Muskete; Perkussionsrevolver; Perkussionspistole; Steinschlosspistole; Perkussionsflinte; Steinschlossflinte

3.4.1 Ausrüstung

Für die meisten Disziplinen gibt es eine spezielle Ausrüstung, die dem Schützen Halt, Stabilität und Entlastung geben soll. Für Maße, Materialien und Verarbeitung gibt es in der Sportordnung des DSB genaueste Vorgaben.[3]

a)  Die Schießjacke und -hose bestehen aus festem Leinen oder Leder (Kunststoff). Sie dürfen nicht als Stütze dienen.

b)  Eine flache Sohle haben die Schießschuhe, die von unten gesehen eine rechteckige Form haben. Damit bieten die Schuhe sowohl einen festen Stand als auch Stabilität beim „kniend Anschlag“.

c)  Der Schießhandschuh soll die Hand, auf der das Gewehr liegt, stützen und die Gelenke polstern.

d)  Beim liegend und kniend Schießen entlastet ein Riemen, der das Gewehr mit der Jacke verbindet, den Schützen.

e)  Sehhilfen sind nur für Schützen mit Sehschwäche erlaubt, dann aber ohne Vergrößerung, oder für Schützen ab 46 Jahren mit einer max. Vergrößerung von 1,5 (Adlerauge).

f)  Eine entlastende Kniendrolle darf beim „kniend Anschlag“ als Stütze unter den Spann des Fußes gelegt werden.


[3] SpO Regel 1.0.2

3.4.2 Luftgewehr

Dieses Gewehr wiegt höchstens 5,5kg. Die Munition mit dem max. Kaliber von 4,5mm wird mit Luftdruck oder CO2 abgefeuert. Es handelt sich um Diabologeschosse[4]. Aus einer Entfernung von 10m wird auf Ringscheiben geschossen, auf der die Ringe mit 2,5mm Abstand konzentrisch angeordnet sind. Der mittlerste Ring, die 10, ist ein Punkt. Es wird freistehend angelegt. Der Schütze darf sich nirgends abstützen.

Weil Schüler bis 14 Jahren nur Luftgewehr schießen dürfen, gibt es für sie die Sonderdisziplin des 3-Stellungskampfes. Hierbei werden je 10 Schuss in liegendem, stehendem und kniendem Anschlag abgegeben.[5]

[4] Diabologeschoss: kann aus unterschiedlichsten Materialien bestehen von Blei bis hin zu Kunststoff; Durchmesser 4,48-4,52mm, in Ausnahmen 5,5mm; die Formen variieren sind aber keine Kugeln

[5] Vgl. Regel 1.20 SpO des DSB

3.4.3 Luftpistole

Auch hier wird die Munition (max. 4,5mm) mit Luft oder CO2 abgeschossen. Anders als beim Luftgewehr gibt es hier die für die Pistole vorgegebenen Maßen von 42cm Länge, 20cm Höhe und 5cm Breite. Das Gewicht darf 1,5kg (incl. Laufbeschwerung) nicht überschreiten. Die Laufbeschwerung ist für genaueres Zielen nötig. Die Zielscheibe für dir Luftpistole in 10m Entfernung ist größer. Die 10 hat einen Durchmesser von 11,5mm, die Ringe 1-9 haben einen Abstand von je 8mm. Die Luftpistole wird nur stehend freihändig geschossen.

3.4.4 Kleinkalibergewehr

Mit dem Kleinkalibergewehr zielt man auf eine 50m entfernte Scheibe, deren 10 im Durchmesser 10,4mm misst und einen Ringabstand von 8mm aufweist. Mit Laufbeschwerung darf es max. 8kg wiegen. Die einzeln nachzuladenden Patronen haben ein max. Kaliber von 5,6mm.

3.4.5 Bogen

Fürs Bogenschießen hat der DSB die internationalen Bedingungen übernommen.

Im Verein darf mit dem Bogen auch schon ab 12 Jahren trainiert werden. Die Bogen bestehen aus unterschiedlichen Materialien und an ihrer Technik wird laufend gefeilt. Ziel ist, immer schneller und weiter schießen zu können. Außer mit Jagdpfeilen, deren Spitze die Zielscheiben beschädigen würde, darf mit allen Pfeilarten geschossen werden. Als Hilfsmittel sind Köcher, Arm- und Brustschutz erlaubt. Keine Stütze darf den aufrecht stehenden Schützen Hilfe leisten. Bei versehrten Sportlern wird eine Ausnahme gemacht. Die Scheibe hat einen Durchmesser von 124cm und ist in einem Neigungswinkel von 15° aufgestellt, wobei das Zentrum 1,3m über dem Boden liegen muss. Ihre 10 Ringe gehören zu 5 Farbzonen.

3.4.6 Großkaliber

Die Funktionsweise von großkalibrigen Waffen entspricht der der Kleinkaliberwaffen, nur dass mit Kaliber von bis zu 8mm und mehr geschossen wird und je nach Distanz der Scheibendurchmesser größer oder kleiner ist.

3.5 Wettkämpfe

Egal, welche Sportart jemand trainiert, ob Fußball oder Fechten, ob Turnen oder Tanzen, jedes Üben hat sein Ziel: den Vergleich mit anderen Sportlern und Mannschaften. So ist es auch beim Schießsport!

Ein gut trainierter Schütze geht aber nicht gleich nach Olympia. Auch die Teilnahme an Wettbewerben will nämlich geübt sein! So fängt man im Kleinen an. Jährlich nimmt man an den Vereinsmeisterschaften teil, für die keine Vorbedingungen gestellt werden. Das ist eine rein vereinsinterne Angelegenheit. Jeder hat die Chance, in der Disziplin, die er schießen will und darf, Meister zu werden.

Im Gegensatz zu den Vereinsmeisterschaften muss man, um an den weiterführenden Meisterschaften teil nehmen zu können, zur Kreismeisterschaft angemeldet werden. Das übernimmt für Schüler und Jugendliche in der Regel der Trainer. Wer hier besteht, also die vorher festgelegte Mindestringzahl erreicht, rückt weiter in den nächsten Wettkampf: die Bezirksmeisterschaft. Danach kommt die Landes- und dann die Deutsche Meisterschaft. Das Vorankommen ist nach Erreichen der nötigen Ringzahl ein Automatismus, es sei denn, man meldet sich schriftlich ab. Auf diese Möglichkeit wird man immer wieder hingewiesen. An einem Wettkampf teilzunehmen, bedeutet nämlich nicht nur Zeit zu investieren, es fordert auch viel Energie und psychisches Durchhaltevermögen. Und es soll keiner gezwungen werden, die Grenzen seiner Kraft übersteigen zu müssen. Das Sportschießen soll schließlich auch Spaß machen! Auch die Wettbewerbe von der Kreis- bis hin zur Deutschen Meisterschaft finden jährlich statt.

An all diesen Wettbewerben kann man sowohl als Einzelschütze als auch im Team antreten. Ein Team besteht immer aus drei Schützen, deren Treffer alle gewertet werden.

Wer an den Olympischen Spielen teilnehmen möchte, muss vorher bei bestimmten internationalen Schießwettbewerben teilgenommen und eine bestimmte Qualifikation erreicht haben. Aber das trifft nur auf die allerwenigsten zu!

3.5.1 Wie läuft der Wettkampf ab?

Der Schütze wurde angemeldet. Um die Ausrüstung, die teilweise vom Verein zur Verfügung gestellt wird, muss sich der Schütze selber kümmern. Auch um die Munition. Sollte er die Ausrüstung zwischen letztem Training und Wettkampf mit nach Hause nehmen müssen, muss ein Minderjähriger von den Eltern abgeholt werden. Zu Hause müssen Wettkampfwaffe und Munition in einem geeigneten Schrank (Tresor) verschlossen werden.

30 Minuten vor Wettkampfbeginn hat der Schütze mit kompletter Ausrüstung, Startkarte und Personalausweis anwesend zu sein und sich beim Schießleiter zu melden. Dieser kontrolliert die Waffe, die den Regeln zu entsprechen hat, händigt die jeder Disziplin entsprechenden Scheiben aus und weist die Schießbahn an. Zu Wettkampfbeginn verliest er nochmals die Regeln.

Für jede Disziplin gibt es eine bestimmte Probezeit, in der der Schütze sich auf die gegebenen Umstände einschießen kann. Wenn er den ersten Wettkampfschuss abgegeben hat, darf kein Probeschuss mehr abgegeben werden. Für Probe- und Wettkampfschüsse ist eine max. Zeit vorgegeben. Die Zeit teilt sich jeder selbst ein, was ein hohes Maß an Selbsterkenntnis erfordert. Ist der Schütze fertig, gibt er alle seine Scheiben, die mit seiner Startnummer gekennzeichnet sind, an den Schießleiter zurück, und der Schütze darf gehen.

Die Zielscheiben werden später elektronisch ausgewertet. Damit die Treffen genauer gegeneinander abgegrenzt werden können, dürfen nur wenige Schüsse auf eine Scheibe abgegeben werden.

Am Schießstand herrscht absolute Disziplin! Das fängt mit Ruhe an, reicht über Rücksicht untereinander bis hin zum Halten des Gewehrlaufes in die richtige Richtung und hört mit Ruhe auf! Diese Regeln müssen auch aushängen.

Außer den Meisterschaften gibt es auch den Mannschaftswettbewerb, den Runden-

Wettkampf. Er ist ähnlich strukturiert wie die Ligen beim Fußball. Die Mannschaft fängt in der untersten Liga an und schießt sich Liga um Liga nach oben. Eine Mannschaft besteht aus fünf Schützen. Sie sind je nach persönlicher Erfolgsstatistik innerhalb der Mannschaft aufgestellt. Im Wettkampf schießt der Schütze 1 gegen den Schützen 1 der gegnerischen Mannschaft, bis zu Schütze 5 gegen Schütze 5. Wenn man gegen alle teilnehmenden Mannschaften in einer Hin- und Rückrunde geschossen hat, werden die Siege zusammengezählt. Die besten zwei Mannschaften steigen eine Liga auf, die schlechtesten zwei eine Liga ab. Bei diesen Wettkämpfen wird Team-Geist besonders groß geschrieben. Kommt auch nur ein Schütze zu spät oder gar nicht, gilt der Wettkampf als kampflos verloren.

Außer den genannten Wettkämpfen gibt es noch verschiedene regional geprägte Spezialwettkämpfe, auf die hier aber nicht im Besonderen eingegangen wird.

3.6 Auf das richtige Zielen kommt es an.

Hat ein Schütze sich entsprechend seiner Disziplin angezogen und im angewiesenen Schießstand Stellung genommen legt er Nötige parat.

3.6.1 stehend Anschlag

Der Schütze stellt er sich in die für ihn richtige Position zum Schießen. Die kann, wie die andren Haltungen auch, für jeden anders sein. Seine Füße stellt er mindestens schulterbreit auseinander und richtet sie rechtwinklig zur Schussbahn aus. Jetzt legt er den Schuss ein und macht das Gewehr feuerbereit.

Wenn er nun das Gewehr anlegt, achtet er darauf, dass der Kolben möglichst viel Kontakt mit seiner rechten Schulter hat. Der Lauf wird auf die Faust des linken Armes gelegt, dessen Ellenbogen sich auf der linken Hüfte abstützt. Seinen Kopf legt er auf der Kopfstütze auf, schaut durch die Irisblende und visiert grob an. Jetzt erst bewegt sich der rechte Zeigefinger zum Abzugshahn. Diesen zieht er nur leicht an, bis er einen leichten Druckpunkt spürt. Hier verharrte er kurz. In diesem Moment zielt er genau. Er achtet darauf, dass der schwarze Bereich der Zielscheibe mit einem gleichmäßigen weißen Ring umfasst ist. Der Hahn wird kurz durchgezogen, der Schuss geht ab. Das Gewehr wird nun aber nicht gleich abgesetzt. Man zielt nach, d.h. Es wird nur einen Moment in Zielrichtung gehalten. Dadurch wird der Schuss nicht noch im letzten Augenblick verzogen

Während des gesamten Vorgangs wird ruhig weiter geatmet. Mit der Zeit fließt er immer ruhiger.

3.6.2 liegend Anschlag

Für diesen Wettbewerb legt sich der Schütze auf eine Pritsche, die parallel zur Schussrichtung steht. Vorher hat er das eine Ende des Riemens an der linken Schulter der Jacke befestigt das andere am Handstopper am Gewehr. Das Gewehr in der linken Hand legt der Schütze diese nun in den Stabilität gebenden Riemen. Der Ellenbogen dieses Armen stützt sich vor der Brust auf der Pritsche auf. Für eine günstige Position achtet der Schütze auf eine breitbeinige Lage, auf möglichst viel Auflagefläche der Hüfte und darauf, dass der rechte Ellenbogen leicht seitlich des Körpers aufgestellt ist. Dann legt er an. Das Zielen läuft ab wie oben.

3.6.3 kniend Anschlag

Auch diese Position wird auf der Pritsche, die nun etwas abgesenkt ist, eingenommen. Diese Stellung ist einiges anstrengender!

Während das rechte Bein unter den Körper gewinkelt wird, Knie und Fußspitze berühren den Boden, setzt sich der Po auf dessen Ferse ab. Zur Unterstützung wird die Kniendrolle unter den Spann gelegt. Dieses Bein hat eine Ausrichtung rechtwinklig zur Schussbahn. Das linke Bein wird parallel zur Schussbahn, d.h. rechtwinklig zum rechten Bein angewinkelt. Hierbei steht der Fuß ganz auf.

Auf das linke Knie wird nun der linke Ellenbogen gestellt. Wie beim liegend Anschlag hält der Riemen das Gewehr, sodass die Hand nur den Lauf ausrichten muss. Die Arbeit für den rechten Arm/die rechte Hand ist gleich wie bei den anderen Schießpositionen.

Bilder von der Seminar-Präsentation am 5. Juli 2011 im Eugen-Bolz-Gymnasium, Rottenburg: